Ein interessanter Besuch in der Hauptstadt

Am 03. März besuchte ich das NOEX in Berlin um einen Powerlifting Worskshop durchzuführen. Die Räumlichkeiten von Nico Bubacz boten sehr gute Bedingungen. Dank Isa Materne hatten wir sogar eine WK-Kombi an Ort und Stelle, die wir nutzen durften.

Die Gruppe war bunt gemischt. Sowohl Anfänger als auch zwei Wettkampfsportler waren dabei.

In der Theorie als auch in der Praxis konnten einige Mythen aufgeklärt werden, was bei dem ein oder anderen Teilnehmer rasch deutliche Verbesserungen hervorgebracht hat. Auch auf Ursachen von bestehenden Beschwerden des Bewegungsapparates konnte ich eingehen.  Mit ein paar technischen Kniffen waren plötzlich Bewegungen ohne Zwicken und Ziehen möglich, trotz vorhandener Diagnosen wie „Impingement Sydrom„. Bei einigen Sportlern sah man, dass die vorhandene Rumpfmuskulatur im Gegensatz zu den Beinmuskeln die Hantellast (noch) nicht tragen kann. Auch gab es Ratschläge wie man diese Probleme in den Griff kriegen kann.

Oftmals ist es nicht zweckmäßig, nur die reinen Wettkampfdisziplinen zu trainieren. Um einen stabilen Core bei den Hauptübunge zu haben, bedarf es einer Balance an Kraft, Koordination/Körpergefühl und Mobilität der Rumpfmuskulatur. Ein reines Bauchtraining, wenn auch sehr modern an Schlingen durchgeführt, ist hier oftmals nicht zielführend. Man muss sich bewusst machen, dass zu einem stabilen Rumpf noch mehr Muskeln gehören als die Bauchmuskulatur.

Neben den geraden Bauchmuskeln gibt es noch eine Vielzahl anderer Muskeln, die es koordinativ bestmöglich anzusteuern gilt. Meiner Meinung nach ist hier der querverlaufende Bauchmuskel (M. transversus abdominis) einer der wichtigsten Muskeln, die es koordinativ zu beherrschen gilt – zudem sorgt er auch für eine hübsche Taille, was sowohl die Männer als auch Damen erfreuen dürfte. Seine Aktivität bei den Übungen Kniebeuge und Kreuzheben, in Form eines Muskelkorsetts (ähnlich des Powerliftinggürtels), ist für eine gute optimale Perfomance (und langfristig für eine gesunde Ausführung!!!) unerlässlich.

Ich möchte Euch nicht mit blanker Anatomie langweilen, doch nahezu jedes Mal, wenn wir über die korrekte Atmung bei der Ausführung der Big Three sprechen, stelle ich fest, dass den meisten Sportlern gar nicht bewusst ist, welche weiteren Muskeln es gibt, die kein noch so fester Gürtel kompensieren vermag! Um sowohl den Beckenboden als auch das Zwerchfell nutzen zu können, muss bei einigen (nicht bei jedem!!!) das Körpergefühl geschult werden.

Eine weitere Sache ist mir in der heutigen Zeit aufgefallen. Die großen drei Powerlifting-Wettkampfübungen gelten zu Recht als ideale Grundübungen. Sie sind funktionell wertvoll und bringen gute Leistungszuwächse in nahezu allen athletischen Sportarten. Jedoch reicht es als Anfänger manchmal einfach nicht aus, nur diese Übungen zu trainieren. Oftmals braucht der Körper einfach etwas mehr Fleisch auf den Rippen und dafür dürfen auch mal Übungen aus dem Bodybuildung durchgeführt werden. Heutzutage hat diese Kombination aus BB und KDK sogar einen Namen, Powerbuilding. Für einen Powerliftinganfänger sollten neben dem Erlernen der technischen Abläufe der Hauptübungen auch mehr Nebenübungen auf dem Plan stehen als für einen fortgeschrittenen Heber. Ein fortgeschrittener Heber hat ganz andere Zielstellungen mit den Nebenübungen. Er möchte seine Schwachstellen beseitigen, präventive Übungen (Prehab) zum Schutz vor Verletzungen durchführen und vorhandene muskuläre Dysbalancen ausmerzen.

Nachdem der Workshop mit etwas Verspätung endete (jeder sollte auf seine Kosten kommen), führte der SaV Erfurt noch eine Trainingseinheit in diesen Räumlichkeiten durch, da am 10. März bereits die zweite Bundesligarunde auf dem Programm steht.

Hier noch ein paar Eindrücke vom Workshop:

Es war mir eine Freude sowohl den Workshop als auch das Training mit Team Erfurt (Sektion Berlin/Peine) durchführen zu können.

Hier findet Ihr die Flyer zu den nächsten Workshops:

17.3. in Düsseldorf

18.3. in Düsseldorf

19.5. in Flensburg

20.5. in Flensburg

Kräftige Grüße

Euer Headcoach