Zwar ist heute der erste April, doch bei diesem Beitrag handelt es sich um keinen Aprilscherz. In regelmäßigen Abständen möchte ich einige Themen der Workshops in diesem Blog behandeln. Die bisherige Workshopreihe vermittelt Euch alles was ihr über die Technik der KDK-Disziplinen wissen solltet.

Kommen wir zum ersten Thema, welches ich mit Euch behandeln möchte.

Die Knieposition

Wie man auf diesem Bild unschwer erkennen kann, sind die Kniegelenke deutlich vor den Zehenspitzen. Zu diesem Thema kommen oftmals folgende Fragen:

Dürfen wir so beugen oder machen wir uns unsere Kniegelenke damit kaputt?

Selbstverständlich dürfen wir so beugen und nein wir machen uns die Kniegelenke damit nicht kaputt.

Ist die Belastung auf das Knie nicht wesentlich höher so?

Unser Beinstrecker wird hierbei deutlich mehr belastet als bei einem vertikal stehenden Unterschenkel. Dies ist aber nicht mit einer Überlastung gleichzusetzen sondern lediglich mit einer Belastung, die jedes gesunde Knie vertragen sollte. Bei einer Frontkniebeuge ist dies noch wesentlich ausgeprägter.

Warum gibt es dennoch Sportler, die mit einem sehr vertikal stehenden Unterschenkel beugen?

In der Regel sind das Sportler, die einen etwas weiteren Stand haben oder deren Körperproportionen dies begünstigen. Umso weniger die Kniegelenke nach vorne geschoben werden, desto mehr verlagert sich die Beanspruchung auf die hintere Kette.

Die hintere Kette sollte doch stärker sein als die vordere – macht es dann nicht Sinn eine Kniebeuge anzustreben, bei der die Kniegelenke nicht vor die Zehen geschoben werden?

Das macht nur Sinn, wenn ich die Beweglichkeit habe breit genug zu stehen und/oder meine Proportionen dies begünstigen. In den meisten Fällen wird es kaum zu vermeiden sein, dass die Kniegelenke über die Zehenspitzen hinausragen. Dies ist auch gar nicht schlimm. Viele Athleten eifern ihren Idolen nach und bringen dabei eine ganz anderen Körperbau mit sich. Es ist niemandem geholfen, wenn die Unterschenkel „wunderbar“ vertikal stehen und dadurch der Rumpf in eine zu horizontale Position kommt.

Worauf muss ich denn dann achten, damit mein Knie keinen Schaden davon trägt?

Das Knie sollte sich immer in Richtung der Zehenspitzen bewegen. Somit werden unnötige Scherrkräfte vermieden. Oftmals sieht man Sportler, die zwar v-förmig stehen, aber die Kniegelenke gerade nach vorne schieben.Desweiteren sieht man immer wieder einige, die einen Parallelstand haben und dabei die Kniegelenke nach außen schieben. Bei diesen beiden Varianten treten hohe Scherrkräfte auf, die langfristig zu Überlastungserscheinungen führen können und meist auch werden. So etwas sollte vermieden werden.

Kräftige Grüße

Euer Headcoach

Bilder: Dirk-Andre Betz von Kaffee, Milch und Zucker

Bildbearbeitung: Marie Hauschild